Eine Wendung in das schon eigentlich beendete Verhältnis Armand von
Ardennes zu Elisabeth von Plotho bringt der im Juli 1870 ausbrechende
deutsch-französische Krieg. In der allgemeinen Begeisterung, mit der
die gegen den 'Erbfeind' ins Feld ziehenden Soldaten daheim verabschiedet werden,
überkommt Elisabeth das Gefühl, ihrem Verehrer ein Zeichen der
Sympathie schuldig zu sein. Sie schreibt einen Spruch aus der Bibel auf
einen Zettel und steckt ihm diesen bei einem öffentlichen Anlass zu.
Welchen Spruch? Das ist nicht überliefert, aber das Wort
ist offenbar ermutigend genug, dass Ardenne bei Elisabeths Mutter anfragt,
ob er ihr aus dem Felde gelegentlich schreiben dürfe. Sie erlaubt,
aber natürlich sind die Briefe, die dann eintreffen, allein für
Elisabeth bestimmt. Und da er gut schreibt, "voll Poesie und schönster
Erinnerungen", wie sie später äußert, fängt sie an, ihre Ablehnung
zu überdenken.
Eine Woche, bevor sie 17 Jahre alt wird, wird Ardenne bei St. Leger verwundet,
ein Schuss ins Bein, den er im Leipziger Elternhaus auskuriert. In dieser Zeit
setzt sich die Annäherung der beiden fort, in vorsichtigen Signalen
natürlich nur, die aber den 22-jährigen Leutnant, der inzwischen das
Eiserne Kreuz II. Klasse trägt, auf eine Verlobung mit der von-Plotho-Tochter
hoffen lassen. Sein Vater, davon unterrichtet, spricht sich zunächst dagegen
aus, sie seien beide bei weitem zu jung, aber in den Siegesfeiern nach dem
gewonnenen Krieg und der Begeisterung um die Reichsgründung kommt es dann doch
zu dem Schritt. Am 7. Februar 1871 verloben sich Elisabeth von Plotho und Armand
von Ardenne in Stechow bei Rathenow im Hause von Elisabeths Tante, also nicht einmal
in ihrem Elternhaus und auch wohl nicht in Anwesenheit ihrer Mutter.

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Armand von Ardenne
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