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SNAKE-Trainingsstudie 2007 / 2008

Von Oktober bis Dezember 2007 (Nachbefragung: März 2008) haben wir unsere vorerst letzte SNAKE-Trainingsstudie durchgeführt. Diesmal waren 14 Schulklassen der Stufen 8 und 9 aus zwei Herforder und zwei Bielefelder Schulen (NRW) beteiligt.

Unser Ziel war es, die Effekte des Stresspräventionsprogramms "SNAKE" auf den Umgang der Jugendlichen mit ihrem Stress und ihren Problemen genauer zu untersuchen.
Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wieso das SNAKE-Training bei nur eher wenigen Jugendlichen zu einer tatsächlichen (selbstberichteten) Veränderung des Bewältigungsverhaltens führt. Wirkt SNAKE bei den anderen Jugendlichen nicht? Oder ist die Wirkung des Trainingsprogramms vielleicht nur nicht direkt zu beobachten?

Um auf diese Frage eine Antwort zu erhalten, haben wir bei der Evaluation der Programmeffektivität diesmal die Grundannahmen des "Transtheoretischen Modells (TTM) der Verhaltensänderung" zugrunde gelegt.

Das "Transtheoretische Modell (TTM)" der Verhaltensänderung postuliert, dass sich eine intentionale (also bewußte, absichtsvolle) Änderung des Verhaltens über verschiedene Stufen hinweg vollzieht. Demnach sind verschiedene Schritte nötig, bis man von der ersten Absicht, etwas verändern zu wollen, zur tatsächlichen, dauerhaften Veränderung des eigenen Verhaltens gelangt (siehe auch Wikipedia zum Thema "TTM").

In unserer Studie wollen wir deshalb untersuchen, ob SNAKE die teilnehmenden Jugendlichen bei der Veränderung ihres Umgangs mit Stress und Problemen - hin zu einem adäquaten Bewältigungsverhalten - unterstützt. Wenn SNAKE z.B. hilft, Jugendliche aus der Absichtslosigkeit hin zu einer Veränderungsabsicht oder gar zur konkreten Vorbereitung einer Verhaltensänderung zu führen, wäre dies ein wichtiger, positiver Effekt, der mit den bisherigen Evaluationsmethoden nicht hätte nachgewiesen werden können.

Aus diesem Grunde nahmen die Schülerinnen und Schüler aus sieben der insg. 14 untersuchten Klassen am SNAKE-Trainingsprogramm teil, während weitere sieben Klassen als Kontrollgruppe dienten. Alle Jugendlichen wurden eine Woche vor Trainingsbeginn, eine Woche nach Trainingsende sowie rund zwölf Wochen nach Abschluss des Trainings schriftlich befragt. Der Fragebogen erfasste dabei die Kernvariablen des "TTM" (Stufenzugehörigkeit, Entscheidungsbalance, Veränderungsprozesse, Selbstwirksamkeitserwartung etc.) sowie verschiedene Angaben zum Stresserleben und zur Stressbelastung der Jugendlichen.

Da sich die in der Trainingsstudie 2006 bereits erprobte Kombination aus klassischem Gruppentraining plus Internetbegleitung als die bislang wirksamste Programmvariante erwiesen hat, stand den teilnehmenden Jugendlichen auch diesmal wieder unsere e-Learning-Plattform SNAKE-Online trainingsbegleitend zur Verfügung.

 
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