Frivole
Schüsse (abgeschlossen 07/2010)
Private Waffen in
Deutschland zwischen 1809 und 1928 -
Praktiken, Deutungen, Normen
Das
Forschungsvorhaben beschäftigt sich
mit privaten Waffen in Deutschland
zwischen 1809 und 1928. Die Verbreitung, der Gebrauch und die
Deutung dieser Waffen werden rekonstruiert. Dabei wird die Entwicklung
von einer nur minimal regulierten Waffenkultur des 19.
Jahrkunderts zu einem rechtlich normierten und politisch
regelmentierten Umgang mit privaten Waffen seit Mitte des 20.
Jahrhunderts analysiert.
Im Rahmen der Studie wird untersucht:
(1) welche Praktiken des Waffenbesitzes und Waffengebrauchs das
19. und frühe 20. Jahrhundert charakteriserten
(2) wird dargestellt, in welche sozialen und politischen Kontexte
private Waffen eingebunden waren, welche Traditionsbestände
den Umgang mit privaten Waffen bestimmten und an welchen Normen
sich Waffenpraktiken und Waffenregulierungen orientierten
(3) wird analysiert, welche Faktoren einen veränderten Umgang mit
privaten Waffen bedingten. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei technologischen
Veränderungen und Wandlungen der Konsumkultur, ebenso wie auch
sich verändernden politischen Kontexten und symbolischen
Bedeutungen von privatem Waffenbesitz und -gebrauch.
Davon ausgehend wird dargelegt,
- wann und wie das Recht, Waffen zu tragen, reglementiert
wurde und
in welcher Form sich diese Beschränkungen veränderten
- wird erläutert, welche Akteure an diesem
Prozeß mit
welchen Interessen beteiligt waren
- wird erklärt, durch welche Faktoren diese
Veränderungen
motiviert waren. Besonderes Augenmerk wird dabei auf
Staatsbildungsprozesse, Professionalisierung von Polizei und
Militär, technische Entwicklung, ökonomische
Veränderungen, soziale Konflikte, spezifische Interessen einzelner
Berufsgruppen sowie internationale Konflikte gerichtet
- wird die symbolische Bedeutung des Waffenbesitzes und -gebrauchs vor allem
hinsichtlich der geschlechterspezifischen Dimension analysiert